Mit dem Nachtzug bis Arad, wo wir um ca. 4 hätten ankommen sollen - Anschlußzug um 4:50. Die Betonung liegt auf hätten. Schon der Zug der Tiroler nach Wien war verspätet, so daß der geplante Lokalbesuch ausfallen mußte.
Aber es war genug Abstand zum Nachtzug, so daß wir ohne Probleme unsere Abteile beziehen konnten. Ich hatte ein 4er gemeinsam mit Klaus und Helga. Was mir gleich aufgefallen ist, war das viele Gepäck, das Klaus anscheinend mit hatte. Doch das war von der ganzen Gruppe - Sachen für Rumänien wie 1.Hilfeköffer.
Wir begannen die Fahrt mit einer Kabinenparty. 10 Leute in einem Abteil und 2 auf einem Koffer im Gang sitzend mit Bier, Wein, selbstgebackenen und gekauften Süßigkeiten. Um 1/2 10 neuer Zeit (Rumänien 1 h vorstellen) machte ich mich aber auf Richtung Bett, um genug Schlaf zu erwischen.
An der Grenze zu Ungarn hatte der Zug ewig Aufenthalt. Anscheinend wurde nach einer Person gesucht, wie ein Schaffner später erzählte. Diese Verspätung konnten wir nicht mehr aufholen.
Schlafen ging gut - mit Ohropax und Augenmaske. Mittlerweile habe ich schon Routine bei Nachtzugfahrten. Um 4 waren wir erst an der Grenze zu Rumänien und so haben wie den Zug in Arad versäumt und nahmen den nächsten um 5:55.
Mit dem vielen Gepäck durch eine Unterführung mit teilweise abgebrochenen Stufen, dann alles am Bahnsteig stapeln. Die 1/2 h Wartezeit überbrückten wir mit Tanzen. Damit waren wir bald die Attraktion am Bahnhof. Es waren schon einige Leute unterwegs, die sich wohl über die Verrückten gewundert haben, die da zu so verschlafener Zeit flotte Runden drehen. Mitten im Tiroler Figurentanz fuhr der Zug ein - schnell alle Sachen geschnappt und in den Zug rein.
Für das frühe Aufstehen wurden wir nun mit einem großartigen Sonnenaufgang belohnt. Orange, das hinter den Wolken durchscheint, intensives Farbenspiel, das sich minütlich änderte.
In Timisoara/Temeschburg mußten wir wieder umsteigen. Wieder die selbe Prozedur mit dem Gepäck. Jeder schnappt ein paar Packln, alle helfen mit. So geht es doch flott und alle Gepäckstücke sind da, auch wenn nicht jeder die eigenen trägt.
Wir erwischten aber nur einen Zug einer privaten Linie. Das hat den Vorteil, daß er eine andere Strecke direkt nach Resita/Reschitza fährt und wir uns das Umsteigen in Caransebes ersparten. Aber dafür galten unsere Fahrkarten nicht. Aber wir hatten noch kein Geld gewechselt. Erst nach einem Anruf bei unserem Kontaktmann und den Schaffner mit ihm telephonieren zu lassen, konnten wir die Lage erklären. Wir konnten die Fahrt im Nachhinein am Bahnhof bezahlen.
Die Fahrt ging weiter durch eine schierendlose Ebene - keine Erhebung bis zum Horizont. In der Ferne konnte man hin und wieder einen Kirchturm erkennen oder die hohen Häuser einer Stadt. Aber dann erreichten wir das Banater Bergland mit seinen Hügeln - vergleichbar dem Voralpenland.
Viele Gebäude entlang der Strecke waren verfallen. Einmal sah ich gar eines, bei dem vom Anbau nur noch das Dach vorhanden war und fast in der Luft schwebte. Aber es wird auch gebaut und renoviert.
In Resita wurden wir von einem Bekannten von Herrn Tigla (sprich: Ziegla, das sollte ein t mit Unterstrich sein, so wie in Resita auch) abgeholt und zum Hotel am Hauptplatz gebracht. Nun haben wir die Zimmer im 5. Stock mit kleinem Balkon zum Platz hin und Blick auf den Balkon, von dem aus früher Ceausescu die Reden gehalten hatte.
Es sieht aus, als wäre das der Platz, den auch die Webcam filmt. Vielleicht könntet Ihr uns also später dort sehen.
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