03 October 2010

200-Jahr-Feier

Heute war es so weit - die eigentliche Feier, wegen der wir hergekommen sind. 200 Jahre Grundsteinlegung des Dorfes Tirol/Königsgnad.

Von Resita braucht man 1 1/2 Stunden bis nach Tirol, so daß wir für heute schon um 8:15 Frühstück ausgemacht haben. Blöd nur, daß keiner von uns daran gedacht hat, dem Hotelpersonal bescheid zu sagen. Aber der Kellner hat uns schnell viele gute Sachen herbeigezaubert - mehr als an den anderen Tagen - vielleicht weil Sonntag war.

Diesmal sind wir mit 2 Bussen gefahren, da auch noch der Chor und die Volkstanzgruppen von Resita mitgekommen sind - und noch ein paar zusätzliche Gäste.

Das Wetter war etwas trüber, als an den vergangenen Tagen, aber es hat nicht geregnet und im Laufe des Nachmittags kam dann sogar die Sonne heraus. Die Vorführungen waren nämlich auf einem Tanzboden im Freien neben der Kirche.

Interessant, daß der Aufbau des Ortszentrum dem eines typischen Dorfes in Costa Rica entspricht. Die Kirche im Zentrum, davor ein Park mit Bäumen, daneben das Fußballfeld.

Am Ortsschild wurden wir von einer Blaskapelle aus Caransebes begrüßt. Nun steht neben dem Ortsschild das abgebildete Gedenkschild. Das war am Freitag noch nicht da. Wir machten wieder ein Gruppenphoto mit den beiden Schildern.

Dann gab es den Trachtenumzug. Voran ein paar Kinder mit den Fahnen von Rumänien, Tirol, Österreich und der EU. Entsprechend wurden später vor den Aufführungen auch die Hymnen gespielt. Ich glaube einigen der Südtiroler war es gar nicht unrecht, daß die italienische Fahne und Hymne nicht vorgekommen sind.

Hinter den Fahnen folgten die Kindergruppen, dann wir, eine halboffizielle Delegation aus Tirol (u.a. ehem. Landeshauptmannstellvertreter), der Chor und die Blasmusik. So sind wir in die Kirche eingezogen.

Es gab eine Festmesse von 2 Bischöfen gehalten, Lieder und Predigt auf Deutsch und Rumänisch. Begeistert hat mich die Musik - Kinder und Jugendliche aus dem Ort, die zwar nur mit Gitarre und Flöten, aber schon recht gut gespielt und vor allem 2stimmig gesungen haben.

Vor dem Segen gab es noch eine Menge Reden und Ehrungen. Das fand ich erst komisch, das in der Kirche zu machen, aber die Idee war nicht schlecht, da da die meisten Leute gesessen sind. Draußen gab es nur Stehplätze.

Unter anderem wurden die 3 Ordensschwestern, die den Ort betreuen sehr gelobt und mit der höchsten Auszeichnung des Vereins der Banater Berglanddeutschen bedacht. Und es gab eine Plakette und eine Erinnerungsmedaille zum Anlaß. Auch Klaus - als Leiter unserer Gruppe - bekam beides. Im Laufe des Nachmittags - zwischen den Auftritten - wurden noch weitere verteilt, so daß bei uns der Schmäh lief, daß wir auch eine haben wollen und sie zum Schluß eh nur auf dem Rest sitzen bleiben würden. Und wirklich während des Abendessens bekam jeder von uns seine Medaille.

Auftritte waren diesmal einige - der Chor, Tanzgruppe von Tirol, von Bokschan, 2 von Resita und wir. Dazwischen spielte die Blasmusik einige Stückeln.

Ein paar junge Mädchen vom Dorf waren vom Tanzen begeistert und versuchten, das nachzumachen, was die Gruppen auf der Bühne zeigten. Ein paar davon kannten wir schon vom
Freitag Nachmittag bei den Schwestern.

Klaus und ein paar von unserer Gruppe forderten die Kinder auf und tanzten mit ihnen. Dadurch haben sie den Auftretenden teilweise die Show gestohlen, nochdazu da die Kinder mit voller Begeisterung dabei waren - im
Gegensatz zu den manchmal eingeschlafen dreinschauenden Tänzern am Tanzboden.

Nach unserem Auftritt spielte die Blasmusik 2 Stücke zu denen wir gleich weitertanzten. Wir dachten, das ginge jetzt zu einem offenen Tanzen über. Die Musi wollte schon das nächste Stück anstimmen, wurde aber von Herrn Tigla gestopt. Nur noch den Radetzkymarsch und dann Ende. Es war in Resita ein Abendessen bestellt, zu dem wir nicht zu spät kommen sollten.

Das war im Hotel, aber diesmal besonders schön gedeckt und mit 4 Gängen. Als 1. Hauptspeise gab es Krautrouladen (Samele) - eine lokale Spezialität, die traditionellerweise zu Festtagen gemacht wird. Hat sehr gut geschmeckt.

Von einem Gang zum nächsten verging viel Zeit, die wir mal wieder mit tanzen überbrückten - quer zwischen den Tischen und den Kellnern ausweichend. Nach dem Essen kamen wir endlich zu unserem offenen Tanzen. Es wurden auch die anderen Gäste eingebunden, so sie wollten. Vor allem die Tanzleiterin der Gruppen aus Resita und ihr Mann konnten fast jeden Tanz. Sie waren schon ein paar Mal in der Steiermark auf Tanzseminaren.

Leider haben wir doch wieder früher abgebrochen. Morgen sollen wir um 9 im Kulturhaus für eine Verabschiedung sein. Das heißt also nochmal früher aufstehen - Frühstück um 8. Diesmal wissen die Kellner bescheid - wir lernen dazu.

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