Bis zum Bahnhof war's nicht weit, also zu Fuß in ein paar min dort. Ein Zug stand da, dunkel, keine Leute. Aber das muß der Zug sein, denn es fahren überhaupt nur so 5-10 pro Tag und um die Zeit nur der eine. Die Tür ging kaum auf, total streng.
Ein Doppelstockzug, rauf denn oben ist bessere Aussicht, aber da war es auch sehr warm. Und dann sahen wir, daß doch schon viele Leute im Zug waren - die meisten zusammengerollt auf den Sitzbänken versuchend noch etwas Schlaf zu bekommen.
Unten war weniger voll. Dann fuhr der Zug schon los. Immer noch kein Licht. Das funktionierte in den alten Waggons wohl nicht mehr. Genauso wie die Mistkübel. Als wir etwas wegwerfen wollten, fiel es unten wieder raus.
Langsam fing der Tag an, Sonne kam raus, aber dann näherten wir uns schon dem Umsteigebahnhof, Caransebes. Und auch der Zeit, zu der unser Anschlußzug da sein sollte. Unserer hatte wieder mal Verspätung. Aber der weitere Zug auch, so daß wir ihn gerade erwischten. Raus auf den Bahnsteig und am anderen Gleis fuhr schon der nächste ein.
Was für ein Unterschied! Total moderne Garnitur, sauber, leise. Aber auch nicht so schnell. Für 435km brauchten wir 7 h. Zuerst konnten wir noch die schöne Berglandschaft des Banats genießen, vor allem um Herkulesbad herum mit höheren und felsigen Hügeln.
Dann fuhren wir einige Zeit der Donau entlang. Ein Wahnsinn wie breit der Fluß hier ist. Später wieder ewige Ebenen, teilweise mit Erdölpumpen, teilweise mit riesigen Feldern fast zum Horizont. Da fährt ein Traktor sicher eine Stunde, bis er mal zum Undrehen kommt.
Mit Plaudern und Lesen verging die Zeit doch recht rasch und wir kamen natürlich wieder mit Verspätung in Bukarest an.
In der Touristeninfo - kleines Glasgehäuse, grad groß genug für 1 Tisch und Sessel und etwas Stehplatz - aber die Tür muß zu bleiben, denn draußen war's eiskalt - also jedesmal kurz Tür auf- und zuschieben, wenn ich was nachfragen wollte bei den anderen beiden - erkundigten wir uns nach einem Hotel.
Eines nur wenige min vom Bahnhof weg war schnell gefunden. Es ist sehr modern, aber die Zimmer klein und einfach. Für 3 Betten zieht man an der Seite des Doppelbettes eine Lade raus bis an die Wand. Naja, für eine Nacht geht das.
Gschwind wärmere Sachen anziehen und dann auf in die Stadt. Wir wollen ja möglichst viel sehen. Die Straßen und Häuser sind ziemlich runtergekommen. Es gibt auch hier einige neue oder gut renovierte dazwischen. Aber der Großteil ist in einem schlechten Zustand.
Und auch hier - wie bisher in ganz Rumänien sieht man immer wieder Straßenhunde. An den Straßen hängen massenweise Kabeln, teilweise in bedenklichem Zustand. Arg wie sehr das den Anblick einer Stadt beeinflußt.
Wir haben es bis zum Parlamentspalast (mit 330000 m2 2.größtes Gebäude der Welt hinterm Pentagon) geschafft. Dann wollte Helga zurück, weil sie der aufkommenden Verkühlung keine Chance geben wollte. Ohne sie wollten wir auch nicht weiter. Außerdem war es naß und kalt. Also haben wir die netten Teile der Stadt wohl noch nicht gesehen und bisher eher einen negativen Eindruck.
Auf dem Heimweg sind wir noch in ein libanesisches Restaurant eingefallen. Das war zwar nicht typische Landesküche, aber wir wollten nicht lange suchen. Das Essen war sehr gut zu einem guten Preis, obwohl es sehr nobel wirkte.
Morgen haben wir noch bis Mittg Zeit, andere Teile der Stadt zu erkunden. Dann beginnt die lange Fahrt nach Istanbul bis 7 in der Früh am Donnerstag.
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