01 October 2010

Tirol - Königsgnad

Zum Dorf Tirol, das in Wirklichkeit Königsgnad heißt (wurde von den Rumänen Tirol genannt, weil der richtige Name zu kompliziert war und die ursprünglichen Besiedler aus Tirol kamen) wurden wir in einem großen Reisebus gebracht. Ein Steirer vom Verein Südmark (damit ist südl. Steiermark und Gebiete, die früher mal dazugehört haben, gemeint) schloß sich uns spontan an.

Die Fahrt bot tolle Ausblicke in die schöne Landschaft. Leider habe ich einen Teil davon verschlafen, da ich immer wieder weggedämmert bin. Tja ich werde anscheinend alt und brauche mein Mittagsschläfchen.

Am Dorfschild gab's das obligatorische Gruppenphoto. Der arme Busfahrer wurde als Photograph eingespannt und war mit an die 10 Kameras beladen.

Dann ließen wir den Bus vorfahren, während wir die lange Dorfstraße bis zur Kirche spazierten. Auch hier gab es den Gegensatz von hergerichteten Häusern und verfallenden. Es gibt noch alte Ziehbrunnen. Einer davon ist so quasi die Trennung des Dorfes in den Teil, wo noch die ursprüngliche Bevölkerung wohnt und weiter außen zugezogene Kroaten, die aus anderen Dörfern in der Gegend stammen, die ebenfalls schon vor längerer Zeit von Kroaten gegründet wurden.

Bei den Schwestern - 3 Nonnen mit Ursprungskloster in Kärnten - wurden wir sehr herzlich empfangen. Ein paar Volkschülerinnen bedankten sich für die im letzten Jahr gespendeten "Diktionare" (Wörterbücher) und der Bursche, der ein Stipendium erhalten hatte, um ins Gymnasium zu gehen, war auch da.

Klaus hatte in seiner Schule einen Bazar veranstaltet mit von Schülern selbstgebastelten Sachen. Der Erlös wurde dem Dorf Tirol gespendet.

Auch wir hatten viele Spenden mitgebracht. Die Schwestern bieten auch die einzige medizinische (Basis-)Versogung und hatten um Medikamente und Verbandsmaterial gebeten.

Die Tiroler haben Ärzte und Apotheken angesprochen. Anfänglich gab es keine Reaktion. Schlußendlich sind aber so viele Sachen zusammengekommen, daß mehrere Koffer gefüllt wurden und immer noch Sachen übrig blieben. Die Spenden wurden aufgebaut. Bei der Anfahrt hab ich schon gesehen, wieviele Packln wir dabei hatten, aber auf Tischen und Sesseln aufgebreitet, bekamen wir erst die Dimensionen so richtig zu Gesicht.

Zusätzlich wurde noch einiges an Geld gespendet, das den Schwestern überreicht wurde. Sie waren zu Tränen gerührt. Die Bitte nach einem Tanz zum Zuschauen erfüllten wir gern mit dem Zillertaler Landler und setzten noch einen drauf, bei dem gleich die Kinder und eine Schwester eingespannt wurden.

Es dämmerte schon - wieder mit tollem Farbenspiel am Himmel - als wir hinauf zum Friedhof gingen. Von dort aus hat man einen tollen Blick aufs Dorf - ungefähr so wie am Titelbild.

Nun sitzen wir am Gang vor den Zimmern zusammen für ein zünftiges Abendessen mit Tiroler Speck, Schüttelbrot und ergänzt mit rumänischen Sachen.

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